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Österreichische Arbeitsgemeinschaft
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Studientag der ÖAG
18. bis 19. Okt. 2010

"Ist die Bibel ein Ökologiebuch"


Foto: Kopeszki

mit Pfarrer Ferdinand Hiller (GA der BG der Diözese Feldkirch)

 

Zusammenfassung :

Anhand von den folgenden 6 Thesen gestaltete unser Referent den Studientag.

  1. Das Volk Israel hatte fundierte Kenntnisse über ökologische Zusammenhänge
2. Weil es im Gesetz des Mose steht, weil es Gebot Gottes ist, ist das Gesetz verbindlich.
3. Das Volk Israel lebte in Harmonie mit der Schöpfung
4. Jesus lebte auf Grund seiner ökologischen Kenntnisse in Harmonie mit der Schöpfung.
5. Die ganze Schöpfung ist in die Leidens- und Auferstehungsgeschichte hineingenommen.
6. Als Christen sind wir ein "Zeichen der Zeit" - Christen denken ökosozial.
Die Israeliten haben als einziges Volk in einem solchen Land über lange Zeit überlebt. Sie mussten sehr auf Nachhaltigkeit Wert legen. Viele der Speisevorschriftten sind auf diesem Hintergrund zu verstehen. z.B keine Schweine zu essen
Schweine sind Allesfresser und haben dieselbe Speisekarte wie der Mensch, daher Konkurrenz. Das Verbot Kamele zu essen - Kamel war ein wichtiges Transportmittel. u.s.w.
 

Im Leben der Israeliten stand immer Gott im Hintergrund von dem sie alles als Geschenk erhalten haben. An Gott und seinen Geboten festhalten hieß am Leben bleiben. Gesetze sichern das Leben.
Nicht immer wurde diese Bindung durchgehalten, dann gibt es Menschen, die auf die Konsequenzen hingewiesen haben - wähle das Leben oder den Tod.
Mit Noe hat Gott einen Bund geschlossen - eigentlich mit allen Wesen.

Ökologie - griech. oikos (Haus, Hauswesen, Tiere, Sklaven, Garten, ...) meint den richtigen Umgang mit der Schöpfung.
Der Auftrag in der Genesis - der Mensch soll über die Schöpfung herrschen, meint beherrschen, nicht vernichten; mit Gott mitwirken in Harmonie mit der ganzen Schöpfung. In Genesis 1 werden Tiere und Menschen am selben Tag erschaffen.

  Jesus hat die "Pflichtschule" besucht. Er hat in der Synagoge lesen gelernt. Sicher hat er alle 150 Psalmen gekonnt.
In vielen Gleichnissen benützt Jesus Bilder aus der Natur (Senfkorn, Lilien, Saat, Samen, Acker, Unkraut, ...)
Er zog sich auch zum Beten in die Natur (auf den Berg) zurück.
Besonders deutlich wird das im Bild des Brotes:
Die Schöpfung gibt Brot - er sagt "ich bin das Brot" - Brot ist mehr als Nahrungsmittel, es stärkt den ganzen Menschen Leib und Seele.
Viele Heilige haben eine tiefe Beziehung zur Schöpfung gefunden - z.B. Franz von Assisi, der den Wolf zähmt, mit den Vögeln redet. Für Franziskus ist alles Geschaffene Bruder und Schwester.
Im Römerbrief schreibt der Apostels Paulus (Röm 8, 14-30), dass "die Schöpfung teil hat an den Leiden, aber auch an der Auferstehung".
In Christus ist auferstanden die Welt, der Himmel, die Erde - Ambrosius von Mailand
In vielen Mosaiken wird die Schöpfung in das Heilsgeschehen hineingenommen. Besonders eindringlich in San Clemente in Rom
  Das Konzil spricht von den Zeichen der Zeit: das sind wir
Wir sind das 5. Evangelium, das auch von den Menschen gelesen wird, die nicht in die Kirche gehen.
Augustinus sagte: Das Geheimnis Gottes aussprechen können wir nicht, davon schweigen dürfen wir nicht, daher singen wir.
So beschäftigten wir uns mit dem ersten italienischen Gedicht - dem Sonnengesang des hl. Franziskus und einem Text von Ernesto Cardenal über die Formen der Liebe.
  Dieser Studientag ließ uns viele der bekannten Stellen aus der Bibel von einer anderen Seite sehen.
Er machte uns Mut, unser Verhalten zu überprüfen und zu hinterfragen.
Er kann uns helfen als 5. Evangelium, das gelesen wird, zu leben.
Susanne Kopeszki